Charles Lecomte (1920-2005)
Charles Lecomte wurde 1920 in einem Vorort von Paris geboren. Er war der einzige Sohn der Familie und übernahm den Familienbetrieb, eine Fleischerei.
Ende 1942, kurz nach seiner Hochzeit, wurde Charles Lecomte zur Zwangsarbeit im Deutschen Reich verpflichtet. Über ein Sammellager in Krefeld erreichte er Leipzig. Hier wurde er einem Arbeitskommando zugeteilt, das in Leipzig-Wahren im Haus Auensee stationiert war. Er musste auf dem Rittergut Wahren arbeiten, einem landwirtschaftlichen Betrieb im Nordwesten deradt. Außerdem war er Teil des Arbeitskommandos L 5, das von der Stadt Leipzig zu Aufräumarbeiten nach Luftangriffen im Leipziger Stadtgebiet eingesetzt wurde.
Charles Lecomte wohnte mit etwa 130 weiteren französischen Zwangsarbeitern im Haus Auensee, das als Lager umfunktioniert worden war. Er besaß eine Fotokamera, mit der er den Alltag und vor allem die Befreiung und Rückkehr nach Frankreich umfangreich dokumentierte.
Ende Mai 1945 kehrte Charles Lecomte nach Frankreich zu seiner Familie zurück. Erst nach seinem Tod erfuhren seine Nachfahr:innen, dass er während der Zeit in Leipzig eine Liebesbeziehung mit einer deutschen Frau gehabt hatte, aus der auch zwei Söhne hervorgegangen waren. Bisher ist es der Familie nicht gelungen, diese ausfindig zu machen.